Wappen Markt Triftern: Sämann
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Montag, 06. September 2010

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pmt-MELDUNG vom 05.03.2010 (Vereine): zurück

Die Schützengilde „Hubertus“ gibt es nicht mehr - Der Verein wurde im 50. Jahr seines Bestehens aufgelöst


Zahlreiche Mitglieder haben sich in den fünf Jahrzehnten der Schützgilde „Hubertus“ in diese mit viel Engagement eingebracht. Stellvertretend für diese stehen die Mitglieder des Festausschusses des 25-jährigen Vereinsjubiläums 1985. In der hinteren Reihe von links Wolfgang Beck, Josef Ammer, Alois Nöbauer, Franz Schönhofer und vorne von links Max Graf, Theo Höfig, Josef Filser und Heinrich Klosa.

Triftern. Ein markantes Stück Vereinsgeschichte im Markt ist in diesen Tagen zu Ende gegangen. Die Schützengilde „Hubertus“ hat sich aufgelöst - und dies im 50. Jahr ihres Bestehens.

Besiegelt wurde das „Aus“ für den über all die Jahre hinweg sportlich erfolgreichen und im gesellschaftlichen Leben überaus engagierten Verein mit einer eigens dazu einberufenen Versammlung. 26 der insgesamt 71 Mitglieder hatten sich dazu im Vereinslokal Gasthaus Irber eingefunden und hörten dabei die Rechenschaftsberichte des Jahres 2009, dem letzten der Schützengilde.

Schatzmeister Wolfgang Beck zeigte die Finanzen mit positiven Endzahlen auf. Diese wurden von den Kassenprüfern Adolf Stapfer jun. und Gretl Beck bestätigt und mit der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft dazu von den Anwesenden anerkannt.

Sportwart Alois Nöbauer ließ die Ergebnisse von Vereinsmeisterschaft, Köningsschießen und Gaurunde 2008/09 Revue passieren. Zu den Gaumeisterschaften, Landkreispokal und Gaurunde 2009/10 habe man allerdings aus Mangel an aktiven Schützen keine Meldungen mehr abgeben können.

Dieses Manko und vor allem das vergebliche Bemühen eine Jugendmannschaft auf die Beine zu stellen seien seit geraumer Zeit der Auslöser für die nunmehr anstehende Auflösung des Vereins, machte 1. Vorsitzender Max Hausruckinger in seinem Abschlussbericht klar. Die Überalterung bei den Aktiven habe auch dazu geführt, dass die Beteiligung an Schießabenden sowie an Veranstaltungen im öffentlichen Bereich auf „gleich Null“ zurückgegangen wäre. Die fehlende Aktivität im Verein habe Hausruckinger zufolge auch den Verlust der Gemeinnützigkeit zufolge gehabt, nachdem der satzungsgemäße Vereinszweck nicht mehr erfüllt werden könne.

Den Vollzug des damit unvermeidlich gewordenen Tagesordnungspunktes „Auflösung des Vereins“ musst dann ein Wahlausschuss unter Leitung von 1. Bürgermeister Walter Czech, assistiert von Adolf Stapfer jun. und Walter Steiner, übernehmen. Mit 22 Ja-Stimmen, bei vier Gegenstimmen wurde dann der Auflösungsbeschluss gefasst.

Der Bürgermeister hatte vorausgehend sein Bedauern darüber geäußert, dass es für die traditionsreichen Hubertusschützen keine Zukunft mehr gebe. Besonders bitter sei, dass ausgerechnet in dem Jahr, in dem man das 50-jährige Jubiläum hätte feiern können, der Schlussstrich unter ein bedeutsames Stück Trifterner Vereinsgeschichte gezogen werden müsse.

Namens des Marktes bedankte sich Walter Czech bei all denjenigen, die in diesen fünf Jahrzehnten in der Schützengilde Verantwortung übernommen hätten und all jenen, die in den vielfältigsten Positionen engagiert mitgearbeitet hätten. Dies werde in den Annalen des Marktes unverrückbar festgeschrieben bleiben, so der Bürgermeister.

In de Annalen der Schützengilde - einer umfassenden mehrbändigen Chronik - spiegelt sich ein Vereinsgeschehen wider, das die Leser wohl mit großer Wehmut befällt, wenn sie daran denken, dass dieses seit Ende Februar 2010 nur noch Vergangenheit ist.

Angefangen hat der Schießsport im Ort Triftern am 2. Februar 1960 mit der Gründungsversammlung im Gasthaus „Alte Post“ auf Initiative von Friedrich Kuwatsch. Er wurde auch zum ersten Schützenmeister gewählt und war über Jahre hinweg auch unermüdlicher Motor. Auch seine Nachfolger an der Vereinsspitze Max Graf, Rüdiger Lücker, Franz Schönhofer, Wolfgang Beck und (14 Jahre lang!) Max Hausruckinger wirkten nicht minder aktiv.

Als Schießlokal wurde anfänglich das Gastzimmer im Vereinslokal genutzt. Zu Beginn stellten Richard Geier und Franz Stellner ihre „Spatzengewehre“ zur Verfügung, bis der Verein durch Unterstützung der Firma Becker ein zweites Gewehr erwerben konnte.

Da der Schießstand nur eine Entfernung von 8,50 Meter zuließ, sah der Verein sich gezwungen, nach neuen Räumlichkeiten Ausschau zu halten Diese fand man im Gasthaus Irber, wo man von der Küche ins Gastzimmer schoss.

Erster Schützenkönig wurde 1960 Rupert Haslböck, der die Schützenkette eines früheren Schützenvereins in Empfang nehmen konnte. In die Liste der Schützenkönige haben sich seither 32 Schützen eingetragen, darunter vier Frauen, wobei Gretl Beck als Meisterschützin 2009 den letzten Titel holte. Die meisten Königstitel konnte Alois Preiß mit sechs Erfolgen verbuchen.

Auch auf Verbandsebene konnten die Hubertusschützen einige Erfolge verbuchen. Neben zahllosen Gautiteln wurde Josef Ammer 1986 Bezirksschützenkönig. Ebenfalls auf Bezirksebene war Annelie Müller erfolgreich. 1984 und 1986 wurde sie Damen-Bezirksmeisterin mit der Luftpistole. Im selben Jahr holte Rudolf Schiefer mit der Luftpistole den Meistertitel in der Herren-Seniorenklasse.

Mit dem Titel des Vereinsmeisters konnte sich auch eine Vielzahl von aktiven schmücken. Friedrich Kuwatsch, Wolfgang Beck, Rudolf Schiefer und Josef Ammer (12-mal) waren dabei am erfolgreichsten, bei den Damen Hermine Rinnerhofer, die gar 17-mal die beste Schützin des Vereins war.

1962, zwei Jahre nach Vereinsgründung, erfolgt die Weihe einer Fahne. 600 Beteiligte von 43 Vereinen aus ganz Niederbayern gaben der Schützengilde die Ehre.

Eine ständige Einrichtung stellte über Jahrzehnte das Schützenvolksfest in Triftern dar. Seit der Premiere im Jahre 1961 trat die Schützengilde insgesamt 34 Jahre lang als Veranstalter auf.

1967 wurde ein Schießstand mit fünf Ständen im Malzkeller des Gasthauses Irber gebaut. Die im Laufe der Jahre nicht mehr zeitgemäße Schießanlage hat 1985 ausgedient. Unzählige freiwillige Arbeitsstunden und Materialspenden halfen, dass ein moderner Schießraum mit acht elektrischen Scheibenzuganlagen im Februar 1985 zum 25-jährigen Bestehen, vollendet werden konnte. Mit dem Ende des Bestehens der Schützengilde hat auch diese Schießanlage ausgedient.

Verfasser: er