Ein besonderer Treff: Bürgercafe Anzenkirchen am 1. Jahrestag der Hochwasserkatastrophe  
 
Anzenkirchen. Seit Oktober vergangenen Jahres gibt es in monatlichen Turnus das Bürgercafé des Vereins Bürgerhilfe „Ein Dorf hilft“. Am ersten Jahrestag der Flutkatastrophe wurde diese Veranstaltung zu einem Treff mit einem besonderen Rahmen. Über 250 Besucher, nicht nur Hochwassergeschädigte, waren dazu am Donnerstagnachmittag in den Garten des Pfarrzentrums gekommen.
1. Vorsitzender Hermann Ertl zeigte sich bei seinen Begrüßungsworten erfreut über diese große Resonanz in der Bevölkerung, die ein Zeichen dafür sei, dass die Entscheidung für die Durchführung des Bürgercafés an diesem denkwürdigen Tag richtig gewesen sei. Willkommen heißen konnte er 2. Bürgermeister Karl Altmann und mehrere Mitglieder des Marktgemeinderates, den Hausherrn, Kirchenpfleger Dr. Rudolf Schwetlik sowie Michael Seidl und Josef Mittermeier von der BRK-Fluthilfe Simbach am Inn. In einer kurzen Rückblende erinnerte er an die Jahrtausendflut vom 1. Juni 2016, die am Ort enorme Schäden mit fast 230 betroffenen Anwesen verursacht habe.
Durch den schnellen Einsatz der vielen Hilfsorganisationen, den mehr als 3.000 Helfern und den beteiligten Firmen aus nah und fern, sowie den großzügigen Geld- und Sachspenden sei ein überaus positives Zeichen für alle Geschädigten gesetzt worden, so Ertl weiter. Er dankte hier allen, die in welcher Form auch immer hier eine Hilfestellung geleistet hätten. Die Altbachflut mit ihren verheerenden Auswirkungen habe leider auch ein Todesopfer gefordert. Zum Gedenken an Hubert Maier und auch an die in Simbach ums Leben gekommenen Personen erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen.
Für das leibliche Wohl war vom Bürgercafé-Helferteam unter Leitung von Steffi Mandlinger und Tatjana Kitzing bestens gesorgt worden. Zunächst gab es für die Besucher Kaffee und Kuchen, ab dem späten Nachmittag Grillspezialitäten, lecker zubereitet von Lore und Manfred Dullinger, sowie von Hans Hafner. Bier und alkoholfreie Getränke waren allesamt von der Brauerei Aldersbach gespendet worden, wie Hermann Ertl noch bekanntgab. Musikalisch umrahmt  wurde der Treff von der Anzenkirchner Stüberlmusi mit Tanja Kahle, Erika Nagl, Armin Voggenreiter, Robert Stummer, Theresa und Gerlinde Kaiser.
Einen besonderen Überraschungseffekt bekam die Veranstaltung mit dem Steigenlassen von nahezu 100 Luftballons. Auf die vorbereiteten Anhängekarten konnten Wünsche, Dankesadressen oder sonstige Anliegen geschrieben werden. Jetzt kann man gespannt sein, wo die Ballons gelandet sind und wie viele Rücklaufe es geben wird.
Auch Spendenübergaben an die Bürgerhilfe durften bei diesem Anlass nicht fehlen. In deren Spendentopf, in dem sich bislang über 140.000 Euro angesammelt haben, von denen schon nahezu 120.000 Euro ausbezahlt sind, kamen weitere 1.900 Euro hinzu. 1.200 Euro stammten von Horst Donaubauer, selbst Hochwassergeschädigter, aus Geldgeschenken zu seinem kürzlich gefeierten 80. Geburtstag. 500 Euro spendete der Faschingsverein Anzenkirchen aus dem Erlös des Maifestes und 200 Euro die Musikband von Dr. Stefan Achhammer aus dem Erlös eines Benefizkonzertes. Vorsitzender Hermann Ertl bedankte sich bei den Spendern für ihr generöses Entgegenkommen.
Auch ein Gedenkgottesdienst gehörte zur Feier des Jahrestages. Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla hielt diesen in der Pfarrkirche, wobei er in seiner Predigt Worte der Aufmunterung für die Hochwassergeschädigten fand. Im Anschluss traf man sich wieder im Pfarrzentrum-Garten, wo man dieses besondere Bürgercafé ausklingen ließ.
  • er
Bildtext:
1/Gedenken
Am Beginn des Bürgercafés am Jahrestag der Hochwasserkatastrophe stand ein Gedenken an die Todesopfer der Flutkatastrophe. Die Besucher erhoben sich dabei zu einer Minute des Schweigens von den Plätzen. Auf dem Bild links Bürgerhilfe-Vorsitzender  Hermann Ertl und Bürgercafé-Organisatorin Steffi Mandlinger
2/Luftballons
Rund 100 Luftballons ließ man zur Erinnerung an den Jahrestag steigen.
3/Anliegen
Auf die Anhängekarten der Ballons konnten Wünsche o.ä. geschrieben werden, so wie dies hier Christa Weidinger (links) und Romy Ertl tun.
4/Spenden
Die Welle von Spenden an die Bürgerhilfe ist noch nicht abgerissen. Hermann Ertl (2. von links)  konnte sich über 100 Euro von Horst Donaubauer (links) sowie 500 Euro vom Faschingsverein Anzenkirchen freuen, die 1. Vorsitzender Jürgen Hartig und sein Stellvertreter Michael Eder (von links) übergaben.
Fotos: Reiter