18 : 3 Beschluss: Marktgemeinderat lehnt Brunnenbohrung Lehndobl ab
Von Edwin Reiter
 
Triftern. Im dritten Anlauf wurde vom Marktgemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend in Sachen Brunnenbohrung Lehndobl eine klare Entscheidung getroffen. Mit einem 18:3 Beschluss wurde das vom Zweckverband Wasserversorgung Rottal (ZWR) zusammen mit der Stadt Pfarrkirchen und dem Markt Bad Birnbach geplante Vorhaben abgelehnt.
Knisternde Spannung herrschte in dem mit rund 70 Zuhörern übervollen Sitzungssaal. Nach wenigen Minuten war der Tagesordnungspunkt schon abgehandelt. Als das überraschend eindeutige Abstimmungsergebnis mit dem „Nein“ zur ZWR-Bohrung feststand, gab es spontan starken und lang anhaltenden Beifall der Besucher. „Das ist normalerweise nicht üblich“ wurde diese Anerkennungsbekundung von Bürgermeister Walter Czech kommentiert. „Aber angebracht“, oder „ist unser Recht“ waren indes vernehmbare Antworten aus dem Publikum.
Der Rathauschef, der bei zurückliegenden Sitzungen und ZWR-Informationsversammlungen unmissverständlich seine befürwortende Einstellung für die Abteufung von drei Tiefbrunnen mit einer Fördermenge von wenigstens 500.000 Kubikmeter/Jahr zu erkennen gegeben hatte, nahm in der Sitzung nicht mehr Stellung. Er überließ dies dem dazu eingeladenen ZWR-Vorsitzenden, Egglhams Bürgermeister, Hermann Etzel. Dieser wiederholte in komprimierter Form die wesentlichen Argumentationen die von Ingenieurbüros und Vertretern der Wasserwirtschaft bei den zwei Info-Versammlungen in Anzenkirchen (die PNP berichtete) vorgetragen worden waren.
Dabei bekräftigte er, dass die geplanten Brunnen keinerlei negative Auswirkungen sowohl für die beiden Tiefbrunnen der Gemeindewerke Triftern als auch für umliegende  Privatbrunnen hätten. Als besonderes Plus fügte er noch hinzu: „Die Maßnahme wäre eine Stärkung nicht nur für den Raum Triftern sondern für die gesamte Region“, so Etzel.
 
Den Ausführungen des ZWR-Vorsitzenden hielt  Alfons Steiner in der einzigen Wortmeldung aus dem Gremium entgegen, dass die beabsichtigte Brunnenbohrung aus Sicht des Marktes Triftern unverantwortlich sei. „Wir müssen für unsere eigene Zukunft sorgen und deshalb den Standort im Bereich Lehndobl für uns sichern“. Der Zweckverband solle sein Vorhaben nördlich der Rott umsetzen, sagte Steiner.
Dies war letztlich auch der Standpunkt der überwältigenden Mehrheit sämtlicher anwesender 21 Markträte. Nur drei Hände hoben sich für den mit Bedingungen und Auflagen versehenen Beschlussvorschlag der vom ZWR geplanten Abteufung von drei Brunnen bei Lehndobl aus Gründen der Versorgungssicherheit zuzustimmen. Es waren dies neben Bürgermeister Walter Czech, noch Adolf Stapfer und Walter Müller.
Mit dieser generellen Ablehnungsentscheidung wurde auch ein Ergänzungsantrag hinfällig, den die in Anzenkirchen wohnhaften Markträte (ohne Beteiligung von Hermann Ertl) eingereicht hatten. Hiernach wäre die ZWR-Bohrung bei Lehndobl befürwortet worden, jedoch mit Zusätzen unter dem Blickwinkel der Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die lokalen Grundwasserverhältnisse. Dem vom Bürgermeister nicht mehr vorgetragenen Beschlussvorschlag zufolge wäre vom ZWR eine Beschränkung der Wasser-Gesamtentnahmemenge auf 500.000 Kubikmeter/Jahr für alle Brunnenanlagen im Gemeindegebiet Triftern verlangt worden. Weiters sollte für den Gemeindeteil Anzenkirchen eine Wassermenge von 10 -15 Liter/sec bereitgestellt und eine Übergabemöglichkeit für die Wasserversorgung der Gemeindewerke Triftern geschaffen werden.
All dies war letzten Endes Makulatur. Bürgermeister Walter Czech und gleichermaßen ZWR-Vorsitzenden Hermann Etzel war die Enttäuschung anzumerken. Letzterer nahm die Ablehnungsentscheidung des Marktgemeinderates, von dem er geglaubt hatte, dass die ZWR-Überzeugungsarbeit für einen „einstimmigen Pro-Beschluss“ reichen müsste, mit einer kollegialen Anmerkung Richtung Czech mit nach Hause: „Wir werden weiter gute Partner bleiben“.
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Angesichts der eindeutigen Ablehnungsentscheidung des Marktgemeinderates hätte auch Beten von ZWR-Vorsitzenden Hermann Etzel (links) nichts geholfen. Neben ihm Bürgermeister Walter Czech, dessen Pro-Beschlussvorschlag nur drei Stimmen erhielt.
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Dass es in der Bevölkerung viel Widerstand gegen die Brunnenbohrung bei Lehndobl gibt wurde durch den Besuch von über 70 Zuhören bei der Marktgemeinderatssitzung sichtbar.
Fotos: Reiter