Aus dem Tierfriedhof Oberplaika wird nichts
 
Triftern. Die vom Pfarrkirchner Bestattungsunternehmer Werner Schröppl beabsichtigte Errichtung eines Tierfriedhofes in Oberplaika (Gemeindeteil Lengsham) wird nicht verwirklicht. In erster Linie liegt dies am Rückzieher des Eigentümers des vorgesehenen Grundstückes. Aber auch ohne diese, erst in der Sitzung des Marktgemeinderates bekannt gewordene Situation, hätte dieser wohl keinen positiven Beschluss zu dem Vorhaben gefasst.
Im Gremium setzte sich die schon bei der Behandlung des Antrags von Schröppl in einer vorausgegangenen Bauausschusssitzung offenkundige negative Bewertungstendenz fort.
Vom Unternehmer wurde indes der Tierfriedhof auf dem Gelände in der Nähe des Anwesens Obermaier in einem einleitenden Kurzvortag für durchwegs bestens geeignet befunden. Es würde dort eine, eingezäunte, parkähnliche Anlage entstehen, die mittels einer blickdichten Bepflanzung von außen nicht wahrnehmbar wäre. Die Problematik der Zufahrt mit einer steilen Kiesstraße sei ihm bewusst, so Schröppl. Er sehe aber wegen der geringen Nutzer-Frequenz keine Gefahr der Zerstörung.
Grundsätzlich merkte er zu der Erstellung eines Tierfriedhofes an, dass diese Bestattungsform immer mehr nachgefragt werde. Diese habe, gegenüber der Bestattung im eigenen Garten, für die Tierbesitzer gewissermaßen „kulturellen Wert“. Es sei aber ein „Heidenaufwand“ ein geeignetes Grundstück, das in jeder Richtung passe, zu finden. Der Standort Oberplaika wäre nach Schröppls Ansicht geeignet und er hoffe, dass der Markt Triftern „weltoffen“ wäre und seinem Vorhaben zustimme.
Dieser Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Gleich in der ersten Wortmeldung kam von 3. Bürgermeister Andreas Resch ein klares „Nein“ in Sonderheit wegen der Zufahrtstraße. Bei dieser befürchte er wegen deren Steilheit im Winter große Probleme. Hermann Ertl begründete seine ablehnende Haltung mit den in der Nähe gelegenen Privatbrunnen. Chri
stian Zinsberger warf die generelle Frage auf, ob man einen Tierfriedhof überhaupt in der Gemeinde brauche, wo doch der Trend mehr zur Urnenbestattung gehe. Werner Schröppl dazu: „Einen Tierfriedhof braucht man für die ganze Region“.
 
Weitere Diskussionsbeiträge der Markträte erübrigten sich dann, nachdem von Geschäftsleiter Siegfried Schmid mitgeteilt wurde, dass Grundeigentümer Obermaier wenige Tage vor der Sitzung zu ihm ins Büro gekommen sei und „definitiv erklärt habe“, dass er das vorgesehene Grundstück nicht verkaufen werde. Es gab dazu ein Wortgeplänkel zwischen Schmid und Schröppl, der nach seinen Worten „einen anderen Kenntnisstand“ habe.
Es änderte aber nichts an der Tatsache, dass der Tierfriedhof in Oberplaika nicht realisiert wird. „Der Standort ist in jeder Hinsicht ungut“ fasste Bürgermeister Walter Czech zusammen und hakte damit das Thema in Bezug auf diesen Antrag von Schröppl ab. Es wurde ihm jedoch in Aussicht gestellt, falls er ein anderes, geeignetes Grundstück im Gemeindegebiet finden sollte, “dass man dann weiterreden könnte“.
Einen kurzen Nachtarock in dieser Sache gab es noch zum Ende der Sitzung im Punkt „Anfragen“. Von Adolf Stapfer wurde hier das Auftreten von Werner Schröppl kritisiert während von Dr. Edgar Wullinger in den Raum gestellt wurde, ob die Einladung an den Unternehmer in Anbetracht des nicht käuflichen Grundstücks überhaupt sinnvoll gewesen
sei. Geschäftsleiter Schmid antwortete darauf, dass dies in Konsequenz aus dem Beschluss des Bauausschusses erfolgt sei, demzufolge das Projekt Tierfriedhof Oberplaika in der Sitzung des Marktgemeinderates vorgestellt werden solle. Zum Zeitpunkt der Sitzungseinladung habe es in Bezug auf den Grunderwerb noch einen anderen Sachstand gegeben.
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