Breitbandausbau auch im Bereich Ruhmannsaigen - Entscheidung zu Geretsham vom Marktgemeinderat vertagt
 
Triftern. Das „schnelle Internet“ soll bald auch im Bereich Ruhmannsaigen (Gemeindeteil Wiesing) kommen. Der Marktgemeinderat beschloss jetzt entsprechende Vorausmaßnahmen für das kommende Jahr. Über den in der Sitzung ebenfalls zur Disposition stehenden weiteren Breitbandausbau für das Gebiet Geretsham (Gemeindeteil Neukirchen) wurde noch keine Entscheidung getroffen.
Fachdienstleiter Stephan Spöckmer, der auch Breitbandpate des Marktes ist, führte zu einer Erschließung von Ruhmannsaigen aus, dass man dort im Zuge der Erweiterung des Wasserversorgungsnetzes durch die Gemeindewerke (GWT) Leerrohre für die spätere Kabelverlegung einbauen könnte. Dieses Modell habe man zurückliegend schon erfolgreich in den Bereichen Elsling/Rabensham, Gschaid/Wiesing und Garham/Bärnsham umgesetzt. Mit dieser Vorgehensweise könnten nach Verlegung der Wasserleitung erneute Tiefbauarbeiten vermieden und ggf. auch Kosten vermindert werden.
Allerdings, so Spöckmer weiter, müsse der Markt eine Vorausleistung mit den Kosten für den Einbau der Leerrohre erbringen. Diese könnten jedoch beim späteren Breitbandausbau an den Netzbetreiber verkauft oder vermietet werden. Seiner Meinung nach sei dieser Bauablauf für den Bereich Ruhmannsaigen auf jeden Fall sinnvoll, da dieser im 2. Förderprogramm des Marktes ausgeschrieben sei. Zudem seien die derzeit verfügbaren Breitbandraten sehr gering. Auch hätten die Netzbetreiber Interesse für den Ausbau bekundet.
Von diesen gebe es aber keine Garantiezusage, dass sie vom Markt vorerbrachte Infrastruktur übernehmen oder mieten würden, erklärte der Fachdienstleiter.
Einmütig sprach sich der Marktgemeinderat dann für Leerrohrverlegung in Verbindung
mit der GWT-Wasserversorgungsmaßnahme aus. Grundsätzlich sollten deshalb die Bauarbeiten mit dem künftigen Netzbetreiber koordiniert werden. Sollte dies nicht möglich sein, wäre eine Verlegung durch den Markt anzustreben. Die Kosten von ca. 75.000 Euro für Material, Planung und Bauleitung seien in diesem Fall in den Gemeindehaushalt 2018 einzuplanen.
 
Eine adäquate Lösung, die in der Beschlussvorlage auch für den Bereich Geretsham angedacht war, kam in dieser Sitzung nicht zustande. Stephan Spöckmer hatte zu diesem möglichen Vorhaben darauf hingewiesen, dass der Ort bereits im 1. Förderprogramm ausgebaut worden sei und die dortigen Haushalte über eine Breitbandrate von mindestens 30 Mbit verfügen würden. Für die Netzbetreiber sei es deshalb aktuell nicht lukrativ in diesem Bereich zu investieren. Ob und wann hier die mit 55.000 Euro veranschlagte Leerrohr-Vorausverlegung verkauft oder vermietet werden könnte, sei nicht abzuschätzen.
Nach diesen Darlegungen des Breitbandpaten kam es in der Diskussion zu mehreren Wortmeldungen gegen den weiteren Ausbau Geretsham. Helmut Weidacher sah auf Grund der derzeitigen Situation keinen Bedarf für eine Vorausmaßnahme. 2. Bürgermeister Karl Altmann appellierte daran, wirtschaftlich zu denken und keine unsicheren Vorleistungen zu erbringen. Ähnlich war der Standpunkt von 3. Bürgermeister Andreas Resch: „Wir sollten keine Leerrohre auf gut Glück verlegen.“
Pro-Meinungen gab es hingegen von Josef Hasmann („was ist schon eine gute Versorgung?“) und  Josef Bachl, der darauf verwies, dass es die Geretshamer Ausgangssituation auch schon an anderen Orten gegeben habe. Bürgermeister Walter Czech bremste dann die aufkeimende Pro- und Contra Aussprache: „Wir sollen uns hier nicht auseinander dividieren und am Ende eine Kampfabstimmung herbeiführen.“ Dazu kam es dann auch nicht. Einstimmig beschloss man, vor einer Entscheidung über die Mitverlegung von Leerohren erst noch weitergehende Gespräche mit den Netzbetreibern zu führen.
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