Gewerbegebiet-Erschließung kostet um 122.000 Euro mehr als geschätzt

Triftern. An Mehrkosten bei der Ausschreibung von Baumaßnahmen gegenüber der Kostenschätzung ist man bei der Vergabeentscheidung im Marktgemeinderat zurückliegend schon einiges gewohnt. Jetzt kam das Submissionsergebnis für die Erschließungsarbeiten im künftigen Gewerbegebiet Triftern-Furth mit einer Teuerungsrate von über 22 Prozent hinzu.
Mangels Alternativlösungen erteilte das Gremium letztlich einstimmig den Zuschlag an die Firma Berger-Bau, Passau. Diese hatte mit 662.198 Euro das günstigste Angebot unter drei Bietern abgegeben. 122.000 Euro muss der Markt mehr aufwenden als man bei der Kostenschätzung berechnet hatte.

Geschäftsleiter Siegfried Schmied erläuterte diese in vier Gewerke aufgeteilte Kalkulation, bei der von 540.085 Euro ausgegangen worden sei. 325.918 Euro wären dabei auf den Straßenbau, die Gewässerumverlegung und die Niederschlagswasserableitung entfallen. Für die Schmutzwasserkanalisation und die Wasserversorgung sei man von 84.709 Euro ausgegangen. Schließlich habe man für die Geländeprofilierung des Grundstücks der Firma Waldhäusl 81.417 Euro und für dasjenige der Firma Berer 48.041 Euro kalkuliert.

Die nunmehrigen Baukosten von 662.198 zuzüglich der Nebenkosten müssten Schmied  zufolge nicht vom Markt alleine getragen werden. Die Gesamtkosten würden satzungsgemäß auf die vier im Gewerbegebiet vorgesehenen Parzellen umgelegt.

Das hohe Ausschreibungsergebnis rief Hermann Ertl auf den Plan: „Wo anders müssen wir sparen und hier haben wir Mehrkosten von über  20 Prozent“. Seiner Auffassung nach sollte man überlegen, ob man derartige Maßnahmen überhaupt durchführen sollte. Für Dr. Edgar Wullinger war die Vergabesumme eine Unverschämtheit. Er bewertete diesen Betrag als „ernüchternd für den Haushalt des Marktes“. Ausschreibungen mit solchen Resultaten würden auf Dauer nicht gehen, sagte Dr. Rudolf Schwetlik: „Wir müssen diese auch nach außen vertreten“.  Dies sei alles richtig, fasste Bürgermeister Walter Czech die Wortmeldungen zusammen: „Aber wir können nicht aus“ Und, so fügte er noch an, die Erschließung des Gewerbegebietes soll auch baldmöglichst starten.

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