Gewerbegebiet Furth: Erschließungskosten haben sich deutlich erhöht
 
Triftern. Die Baureifmachung des 3.500 Quadratmeter großen Gewerbegebietes Furth hat ihren Preis. Für 622.198 Euro hat der Marktgemeinderat im Juni die Anfang August begonnenen Erschließungsarbeiten vergeben. Nachdem die Auftragssumme deutlich über der ursprünglichen Kalkulation liegt, wurde in der jüngsten Sitzung Aufklärung über diese mit dem Haushaltsplan 2018 nicht mehr konforme Kostenentwicklung gegeben.
Mit dem lapidar klingenden Begriff „Kostenverfolgung“ war der Tagesordnungspunkt überschrieben, hinter dem sich eine Kostenkontrolle im Vergleich der Ist- mit den Sollwerten dieser Baumaßnahme verbarg. In der Mitteilungsvorlage der Verwaltung, die keine Beschlussfassung zur Konsequenz hatte, wurde dies nach dem Stand von Ende Juli aufgezeigt. Dazu wurde die Feststellung vermerkt, „dass sich gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung vom November 2017, die auch Grundlage für die Haushaltsplan-Ansätze 2018 war, deutliche Kostenmehrungen ergeben haben.“
Dass dem so ist und wie es dazu gekommen sei, wurde dem Marktgemeinderat vom Ingenieurbüro ING Burghausen in Person von Gremiumsmitglied Helmut Weidacher erläutert. Den Hauptgrund für das Auseinanderdriften von Kostenschätzungen und den tatsächlichen Kosten nach dem Ausschreibungsergebnis sah er in den vielen Auflagen der Fachstellen, die das Bebauungsplanverfahren mit sich gebracht hätten. Sowohl bei der vorerwähnten Kalkulation vom November 2017 mit einem Betrag von 113.050 Euro, als auch bei jener von Anfang März 2018 mit 271.629 Euro Mai sei sein Ingenieurbüro von anderen Erschließungsgegebenheiten ausgegangen.
Erst bei der Kostenberechnung von Mitte Mai mit 540.085 Euro habe man den genehmigten Bebauungsplan zugrunde legen können, so Weidacher. Er merkte dazu auch an, dass das Büro ING nicht bei den Ausschreibungen der wasserwirtschaftlichen und der Geländegestaltenden Maßnahmen beteiligt gewesen, die vom Markt örtlichen Fachbüros übertragen worden seien.  
Die vorgetragene Kostenentwicklung passe Hermann Ertl zufolge „hinten und vorne nicht zusammen“. Die Baureifmachung des neuen Gewerbegebietes sei seiner Meinung nach „völlig aus den Fugen geraten“. 3. Bürgermeister Andreas Resch fügte seine Befürchtung an, dass die Kostenexplosion auch Auswirkungen auf die Erschließungsbeiträge für die beiden Bauherren haben werde. (Anm. der Red.: Es sind dies die Schreinerei Berer und Motorradhändler Waldhäusl). Ob schon feststehe in welcher Höhe sich diese belaufen würden, wollte Josef Hasmann dazu wissen. Geschäftsleiter Siegfried Schmied antwortete darauf, dass man die Anliegerkosten zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht berechnen könne.
Nicht nur die Höhe der Erschließungsbeiträge ist für die beiden -hochwasserbedingt- aussiedelnden Betriebe ein Thema. Helmut Weidacher wies auch noch darauf hin, dass diese auch mit Mehrkosten bei der Errichtung ihrer Betriebsgebäude rechnen müssten.
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Bildtext:
Eine völlig veränderte Geländesituation, speziell durch die Grabenverlegung (vorne links) und die Trassierung der beiden Betriebsgebäude-Bauplätze hat der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Triftern-Furth herbeigeführt. Daraus resultierend haben sich auch die tatsächlichen Kosten für die Baureifmachung des 3.500 Quadratmeter großen Areals gegenüber den vorausgegangenen Berechnungen deutlich erhöht.
Foto: Reiter