Gschaider Kirta – ein Fest zum 90-jährigen Bestehen der Filialkirche

Triftern. Der „Gschoaderer Kirta“ ist jedes Jahr ein besonderes Fest, vor allem für die Bevölkerung der ehemaligen Gemeinde Wiesing. Heuer kam bei dieser Traditionsveranstaltung noch ein Jubiläumsanlass hinzu: die Filialkirche Gschaid besteht seit 90 Jahren.

Im Frühjahr 1928 wurde mit dem Bau des Gotteshauses begonnen und schon im Herbst desselben Jahres konnte es durch den damaligen Passauer Bischof Sigismund Felix eingeweiht werden. Die Kirche wurde dabei der erst kurz zuvor heiliggesprochenen Theresia vom Kinde Jesu gewidmet, die auch im ovalen Hochaltarbild dargestellt ist. Der Tag des Patroziniums der Heiligen (1. Oktober), wurde zu einem festen Termin im Bereich Wiesing und wurde bis in die 1970-er Jahre jeweils gebührend begangen. Es gab dann fast zwei Jahrzehnte keinen Kirta mehr in Gschaid, ehe dieser alte Brauch 1996 von Siegfried Biermeier gewissermaßen wieder zum Leben erweckt wurde.

Auch dieses Mal hat die Festivität nichts von seiner Ursprünglichkeit verloren. Mit einem Festzug vom Schützenhaus zur Kirche, an dem sich auch Abordnungen aller örtlichen Vereine beteiligten, nahm der Kirta seinen Anfang. Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla feierte in Konzelebration mit dem aus Gschaid stammenden bisherigen Stadtpfarrer von Pfarrkirchen, Hans Eder, den Gottesdienst. Gesanglich gestaltet wurde dieser von der Chorgemeinschaft Gschaid unter Leitung von Sigi Seiler.

Pfarrer Dr. Hadulla hatte eingangs die vielen Besucher begrüßt, unter ihnen auch Bürgermeister Walter Czech und dessen Stellvertreter Karl Altmann und Andreas Resch.

Auf das Eingangslied des Chores „Kommt wir feiern ein Fest“ anspielend, meinte er, dass man sich freuen könne an diesem Ort den 90. Geburtstag der Filialkirche feiern zu können. An dieser Stelle gelte es jenen zu danken, die mit bescheidenen Mittel in schweren Zeiten mit viel Entschlossenheit und Zielstrebigkeit dieses Gotteshaus erstellt hätten.

In diesem finden sich auch die Anfänge des priesterlichen Lebens von Pfarrer Hans Eder, der vor 38 Jahren in Triftern Primiz feierte. Am Ende der Messfeier wandte er sich an die Besucher, von denen er aber nicht mehr viele kennen, und versicherte ihnen, dass er bei Bedarf hin und wieder als Aushilfe in seiner Heimatkirche zur Verfügung stehen werde.

Der weltliche Teil des Kirta setzte sich dann gleich nebenan im Gasthaus Eder fort, moderiert von Edith Lirsch. Nach dem Mittagessen wartete ein ansehnliches Kuchenbüffet, arrangiert von Resi Eder, auf die Gäste. Weil die Kuchen von Wiesinger Frauen und der Kaffee von Wirtin Elisabeth Eder gespendet worden waren, stellte sich ein passabler Erlös. 1.300 Euro kamen insgesamt als Reinertrag zusammen, der den KirtaOrganisatoren zufolge für die Erhaltung der Filialkirche verwendet wird.

In diesem Betrag ist auch die Spende von 150 Euro von der Trifterner Blaskapelle mit ihrem Leiter Josef Enggruber enthalten, sowie 190 Euro aus der Versteigerung eines Bildes mit der Gschaider Kirche, gemalt von Rosemarie Schatzberger. Von dieser waren mehrere Werke in einer Ausstellung zu sehen, die bei den vielen Kirta-Besuchern auf

großes Interesse stieß. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags sorgte die Nachwuchs-Combo „Steirischer Durchanand“.

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Bildtext:

Pfarrer Dr.Waldemar Hadulla (links) feierte zusammen mit Pfarrer Hans Eder beim „Gschoaderer Kirta“ den Festgottesdienst in der Filialkirche Gschaid, die seit 90 Jahren besteht.
Foto: Reiter