Selbstverpflichtung des Marktes:
Innen statt Außen hat jetzt beim Bauen Vorrang

 
Triftern. Ein Bekenntnis zum Vorrang der Orts-Innenentwicklung hat der Marktgemeinderat in Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der 90%-Förderung des Freistaates Bayern für die Umnutzung der „Alten Post“ zu einem Skulpturenmuseum abgeben müssen (wir berichteten). Einstimmig wurde dieser Selbstbindungsbeschluss gefasst, der seinen Ursprung in der staatlichen Förderinitiative „Innen statt Außen“ hat.
Was sich dahinter verbirgt wurde in der Sitzung von Geschäftsleiter Siegfried Schmied erläutert. Hiernach verpflichte sich der Markt Innenentwicklungspotentiale zu erfassen, auszuwerten und zu aktivieren. Dabei müssten die innerörtlichen Baulücken, Brachflächen und mindergenutzten Brachflächen sowie Leerstände systematisch ermittelt werden.
Im Beschluss wurde dies dahingehend festgelegt, dass von der Verwaltung ein Leerstands-Kataster erstellt wird. In diesem sind alle leerstehenden Gebäude, alle unbebau-ten Grundstücke (mit Baurecht) und alle teilbebauten Grundstücke vorzutragen. Gleiches gilt für alle im Flächennutzungsplan ausgewiesenen, bislang aber noch nicht per Bebauungsplan überplanten oder bebauten Flächen. Für die Planung des Flächenbedarfs werden vom Markt relevante statistische Zahlen zusammengestellt, wie beispielsweise tatsächliche oder prognostizierte Einwohnerentwicklung, Altersstruktur oder Belegungsdichte der Wohnungen. Außerdem muss ein nachvollziehbarer Flächenbedarf ermittelt werden.
Weiters hat der Beschluss eine plausible Strategie zum Flächensparen und zum Vorrang der Innenentwicklung zur Folge. Zu den (optionalen) Komponenten gehören u.a. eine regelmäßige Ansprache der Besitzer von Leerständen und unbebauten Grundstücken. Damit einhergehend ist auch ein Beratungsangebot für Leerstandsbesitzer oder potentiell Interessierte erforderlich.
Ein weiteres Element des Selbstbindungsbeschlusses betrifft neue Baugebietsausweisung oder die Planung neuer Nutzung. Hier müssen erst die vorhandenen Potentiale auf Eignung geprüft werden. Der weitestgehende Punkt legt schließlich fest - bei unveränderten Rahmenbedingungen – keine Neubaugebiete mehr auszuweisen. Gegebenenfalls soll auch kein Einzelhandel am Ortsrand oder in Gewerbegebieten zugelassen werden.
Zu der nun vom Markt zu vollziehenden „Innen statt Außen“-Strategie kam bei wenigen Wortmeldungen von 2. Bürgermeister Karl Altmann die Frage, ob diese Regelung nur für den Hauptort Triftern oder auch für die Orte  Anzenkirchen und Neukirchen gelte. Von den anwesenden Vertretern der Regierung von Niederbayern wurde hierauf allerdings keine eindeutige Antwort gegeben.
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