Bürgerhilfe „Ein Dorf hilft“ Anzenkirchen: Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden
Von Edwin Reiter
 
Anzenkirchen. Die im vergangenen Jahr neugewählte Vorstandschaft des Vereins Bürgerhilfe „Ein Dorf hilft“ zog bei der Jahreshauptversammlung Bilanz ihrer vielgestaltigen Aktivitäten. Mehr als ein Viertel der aktuell 255 Mitglieder waren dazu in das Pfarrzentrum gekommen.
1. Vorsitzender Hermann Ertl blickte in seinem Tätigkeitsbericht auf die Anfänge des Vereins zurück, der aus dem im Oktober 2015 gebildeten Helferkreis „Flüchtlinge“ entwickelt und im Februar 2016 gegründet worden war. Die ursprüngliche Hauptaufgabe, die Integration der in der Unterkunft in der Brückenstraße einquartierten bis zu 50 syrischen Flüchtlinge sei mit deren Auflösung im Oktober 2018 weggefallen. In Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe 2016 hätten sich auch im vergangenen Jahr noch verschiedene Tätigkeiten durch Unterstützung bei der Abwicklung des staatlichen Förderprogrammes ergeben.
Ertl sprach bei seiner Rückschau auch die Hilfestellungen durch den Verein für bedürftige Familien, Einzelpersonen, sowie für ältere Mitbürger an. Insgesamt elf Personen seien bei diesen Aktionen bedacht worden. Unter dem Motto „Mobilität auf dem Lande“ würden von der Bürgerhilfe seit August 2017 Fahrten zu Ärzten, Krankenhäuser, Behörden und Veranstaltungen durchgeführt. 290 seien es in 2018 gewesen, wobei 401 Personen befördert worden seien. Bis Mitte Juli 2018 habe man diese noch mit einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium voll geförderten Fahrzeug unternommen, danach mit einem von der Bürgerhilfe selbst finanzierten PKW.
Anerkennenden Beifall gab es für die Fahrer des Bürgerhilfefahrzeugs von den Anwesenden. Neben dem Vorsitzenden sind hier unentgeltlich in Einsatz Günther und Irene Brehmer, Karl Burner, Peter Kugland, Georg Willeitner, Michael Wimmer, aushilfsweise Steffi Mandlinger sowie Conny Wimmer.
Diese setzte dann in ihrer Funktion als 2. Vorsitzende den Tätigkeitsbericht von Hermann Ertl mit einem Rückblick auf weitere Aktivitäten der Bürgerhilfe fort.
Dabei ging sie zunächst auf das monatlich gehaltene Bürgercafé ein, das bei der Hochwassergedenkfeier vom 1. Juni 2018 einen Wechsel in der Leitung erfahren habe.
Sonja Brüggen habe diese von Steffi Mandlinger und Tatjana Kitzing übernommen und die  aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenkende Einrichtung zusammen mit dem bisherigen ambitionierten Serviceteam bestens fortgeführt.  Erwähnung im Bericht von Conny Wimmer fand auch die Teilnahme der Bürgerhilfe beim Charitiy-Lauf der VR-Bank, bei der Gemeindekegelmeisterschaft und bei einer Höreraktion von Radio Trausnitz. Erinnert wurde auch an die Kinderbetreuung am Buß- und Bettag und den Beitrag für die Umwelt mit einer ÖKO-Einkaufstasche. Diese sei gegen eine kleine Spende bei der Bäckerei Voggenreiter und beim Edeka Markt Auerbach erhältlich.
Die Replik der beiden Vorsitzenden auf das vergangene Jahr wurde anschließend im Bericht von Schriftführer Gabriel Kitzing mit statistischen Zahlen ergänzt. So wären insgesamt 45 Termine im Protokollbuch der Bürgerhilfe verzeichnet, weshalb man von einem sehr engagierten Jahr 2018 sprechen könne. Dass man all diese Herausforderungen bewältigen habe können, sei den Mitgliedern, den Ortsbewohnern sowie den vielen Geld- und Sachspendern zu verdanken, fasste Hermann Ertl die Bilanz 2018 zusammen.
Kassier Michael Wimmer berichtete danach über die Finanzen des Vereins, mit einem überaus zufriedenstellenden Kassenstand zum Jahresende. Dieser habe sich durch eine erfreulich hohe Zahl von Spenden eingestellt. Der Jahresabschluss war von Dr. Edgar Wullinger und Karl Altmann mit uneingeschränkt positivem Ergebnis geprüft worden. Die Kassenprüfer bescheinigten Michael Wimmer tadellose Arbeit, was dann auch einstimmig die Entlastung der Vorstandschaft zur Folge hatte.
Zu diesem Tagesordnungspunkt passend folgte dann die Genehmigung des Haushaltsplanes für das laufende Jahr. Hermann Ertl führte dazu aus, dass der Schwerpunkt bei den Ausgaben in der Unterstützung hilfsbedürftiger Personen liege. Hierfür sei ein Betrag von 10.000 Euro in Ansatz gebracht.
In seinem Grußwort hob 2. Bürgermeister Karl Altmann hervor, dass er beeindruckt wäre von den Informationen und Zahlen der Bürgerhilfe, die „ein Glücksfall für Anzenkirchen sei“. Dieses Wirken aller Beteiligter sei eine besondere Leistung, die höchsten Respekt und großen Dank verdiene: “Um diese Einrichtung werden wir beneidet “ fügte er seinen anerkennenden Worten an.
Vom 1. Vorsitzenden wurde dann noch eine Terminvorschau gegeben. Als nächste Veran-staltung stehe die Dankesfeier zum 3. Jahrestag des Jahrtausendhochwasser am Samstag, 1. Juni ab 15.00 Uhr im Garten des Pfarrzentrums im Kalender. Abschließend unterstrich er, dass die Bürgerhilfe weiterhin Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden sein werde. Dies gelte für jede Altersgruppe und auch für Nichtmitglieder. Ganz gleich in welchem Bereich werde man versuchen schnell und unbürokratisch zu helfen, so Hermann Ertl.
Bei der Versammlung, die mit einem Umtrunk ausklang, konnten von ihm u.a. besonders begrüßt werden Altbürgermeister Walter Czech, Kreis- und Marktrat Adolf Stapfer sowie die Marktgemeinderäte Josef Altmannshofer, Dr. Rudolf Schwetlik und Dr. Edgar Wullinger.