„Firstgockel“-Schauraum am Marktplatz eröffnet
 
Triftern. Das Hochwasser vom 1. Juni 2016 hat in dem am Altbach gelegenen Haus von Gernot und Carola Richter-Pöhlmann erhebliche Schäden angerichtet. Auch die darin befindliche Keramikwerkstatt der als „Firstgockel“ bekannten, seit 30 Jahren bestehenden, Manufaktur wurde ein Opfer der Jahrtausendflut.
Das Gebäude an der Reichenwallnerstraße ist zwischenzeitlich mit enormer Eigeninitiative aber auch mit vielfältiger Hilfe von dritter Seite wieder instandgesetzt worden. Zu diesem Neuanfang hat das im Jahre  2011 aus Bad Birnbach zugezogene Künstlerpaar ihre Produktionsstätte um einen Schauraum erweitert. Dieser befindet sich kaum 200 Meter entfernt im hochwassersicheren Bereich in einer angemieteten Räumlichkeit am Marktplatz.
Am 3. Jahrestag des Katastrophenereignisses wurde der effektvoll gestaltete Ausstellungsraum im Beisein zahlreicher Gäste eröffnet. Nach seinen Begrüßungsworten führte Gernot Richter-Pöhlmann aus, dass in ihrem Keramik-Atelier nicht nur individueller Dachschmuck („Firstgockel und anderes Getier“) nach alter Tradition und mit neuen Ideen von Hand modelliert werde, sondern auch handgezogene Kerzen gefertigt würden.
Das Bienenwachs stamme dabei zum Teil aus der von ihm seit über 40 Jahren betriebenen Imkerei. Die mehrarmigen Leuchterkerzen, speziell auch die dreiarmigen Kerzen wie sie in Schweden Brauch seien, würden individuell für besondere Anlässe wie für Hochzeiten, Weihnachten und Silvester hergestellt.
Auf den Schauraum zurückkommend sagte Gernot Richter-Pöhlmann, dass dieser nach Bedarf geöffnet sei. Zweckmäßig wäre es deswegen erst die Werkstätte aufzusuchen. Abschließend brachte er zum Ausdruck, dass er und seine Frau trotz der Katastrophe vor drei Jahren gerne in Triftern seien. Naheliegend sei es hierbei, sich als Betroffene bald eine Verwirklichung von Hochwasserschutzmaßnahmen am Altbach zu wünschen.
2. Bürgermeister Karl Altmann gratulierte namens des Marktes zum neuen Schauraum, der mit der Eröffnung an diesem Tag auch eine gewisse Symbolik habe. Es sei überaus anerkennenswert, dass die Familie Richter-Pöhlmann nach den beträchtlichen Schäden durch die Altbachfluten den Mut gefasst habe, weiterzumachen. Für diesen Unternehmergeist mit einem Betrieb mit eigener handwerklicher Fertigung müsse man dankbar sein, in Sonderheit auch für die Beibehaltung des Standortes Triftern. Die von Altmann ausgesprochenen Wünsche für eine weitere erfolgreiche betriebliche und private Zukunft waren erkennbar auch im Sinne aller Anwesenden.
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Bildtext:
2. Bürgermeister Karl Altmann und Hauseigentümerin Uschi Brandner (von rechts) stießen mit Carola und Gernot Richter-Pöhlmann auf die Eröffnung des neuen „Firstgockel“ -Schauraums am Marktplatz an.
Foto: Reiter