Anzenkirchen: Musterbeispiel einer starken Dorfgemeinschaft
Von Edwin Reiter  
 
Anzenkirchen. Mit einer Dankesfeier erinnerte der Verein Bürgerhilfe „Ein Dorf hilft“ an die Hochwasserkatastrophe vom 1. Juni 2016, die im Ort enorme Schäden verursacht hatte. Auch bei der dritten Auflage dieser Veranstaltung zur Erinnerung an die vielfältigen Hilfeleistungen wurde am Jahrestag der beständig außergewöhnlich starke Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft einmal mehr sichtbar.
Mehr als 300 Besucher, nicht nur Hochwassergeschädigte, waren bei idealem Wetter in den Garten des Pfarrzentrums gekommen. Bürgerhilfe-Vorsitzender Hermann Ertl zeigte
sich bei seinen Begrüßungsworten erfreut über diese große Resonanz in der Bevölkerung und über das Kommen von Gästen aus vom Hochwasser betroffenen Nachbarorten. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung der Vereinsverantwortlichen für die Durch-führung einer Feier diesem denkwürdigen Tag richtig gewesen wäre.
Für das leibliche Wohl wurde vom Bürgercafé-Helferteam unter Leitung von Sonja Brüggen vorzüglich gesorgt. Zunächst gab es für die Besucher Kaffee und Kuchen, ab dem späten Nachmittag Grillspezialitäten. Lore und Manfred Dullinger, sowie Hans Hafner und Frank Kahle hatten hier alle Hände voll zu tun. Für die Grillmeister, ebenso die zahlreichen Spender der süßen Sachen und der Salate gab es Dankesworte von Hermann Ertl und großen Beifall der Anwesenden. Diese wurden auch bestens musikalisch unterhalten von der „Stüberl-Musi“ in der Besetzung Erika Nagl, Gerlinde und Theresa Kaiser, Tanja Kahle und Armin Voggenreiter.  
Eine bleibende Erinnerung an den 1. Juni 2016 wird es mit einer bei der Feier präsen-tierten Dorflinde geben, die in der Nähe der damaligen Einsatzzentrale der freiwilligen Helfer bei der Hobernbrücke gepflanzt wird.
Auch ein Gedenkgottesdienst stand wieder auf dem Programm, der von Pfarrer Johannes Streitberger in der Pfarrkirche gefeiert wurde. In seiner Predigt ging er auch auf das verheerende Hochwasserereignis ein Zu dessen Bewältigung habe im Gemeindebereich Anzenkirchen die Bürgerhilfe seither beachtliches geleistet. Dies verdiene große Anerkennung.
Auch Hermann Ertl wandte sich an die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Die Altbachfluten hätten eine Katastrophe verursacht, die niemand mehr vergessen werde und deren Spuren noch lange sichtbar sein würden. Vieles habe sich aber schon zum positiven verändert. Beschädigte Gebäude und Gärten seien bis auf wenige Ausnahmen instandgesetzt oder neu gebaut worden, verlorene Einrichtungen und Gegenstände wieder beschafft worden
Durch den schnellen Einsatz der vielen Hilfsorganisationen, den mehr als 3.000 Helfern und den beteiligten Firmen aus nah und fern, sowie den großzügigen Geld- und Sach-spenden sei ein überaus positives Zeichen für alle Geschädigten für einen Neubeginn gesetzt worden, so der Bürgerhilfe-Vorsitzende weiter. Er dankte hier allen, die in welcher Form auch immer hier eine Hilfestellung geleistet hätten. Besonders hob er hier das Förderprogramm des Freistaates Bayern hervor, ohne dessen hohe Zuwendungen eine Schadensbehebung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. „All diese Hilfe, die uns zuteil wurde, werden wir nicht vergessen“, dankte Hermann Ertl im Namen aller Betroffenen.
Einen Appell fügte er noch in Richtung der vom Freistaat Bayern geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Altbach an. Weil gewaltige Naturereignisse immer öfter auftreten würden, müssten diese unbedingt umgesetzt werden, „um unseren Lebensmittelpunkt, unser Hab und Gut, besser zu schützen“.
Ertl erinnerte auch an den tragischen Unfalltod von Hubert Maier. Zu dessen Gedenken sowie auch an dasjenige der in Simbach ums Leben gekommenen Personen erhoben sich die Kirchenbesucher von ihren Plätzen. Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich
wieder im Garten des Pfarrzentrums, wo man die Feier ausklingen ließ.

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Mehr als 300 Besucher kamen am 3. Jahrestag der Hochwasserkatastrophe 2016 zu der von der Bürgerhilfe ausgerichteten Dankesfeier in den Garten des Pfarrzentrums. Musikalisch um rahmt wurde diese von der „Stüberlmusi“ (im Vordergrund).
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Für perfekten Service sorgte das Bürgercafé-Helferteam unter Leitung von Sonja Brüggen (ab 2. von rechts), mit Ingrid Brehmer, Hannelore Voggenreiter, Resi Wullinger, Anita Wimmer, Regina Burner, Steffi Mandlinger, Conny Wimmer, Josef Hallabrin, Romy Ertl, Günther Brehmer und Alexandra Graßme. 1. Vorsitzender Hermann Ertl (rechts) dankte nicht nur diesen für ihren Einsatz sondern auch den Grillmeistern (von links) Manfred Dullinger, Hans Hafner, Lore Dullinger und Frank Kahle
Fotos: Reiter