Der Markt hat jetzt 63 Bau- und 16 Bodendenkmäler
 
Triftern. Eine Nachqualifizierung und Revision der aus dem Jahre 1973 stammenden Denkmalliste für das gesamte Gemeindegebiet hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in den vergangenen fünf Jahren durchgeführt. Als Ergebnis haben sich daraus nur noch 63 gegenüber bisher 72 Baudenkmälern eingestellt. Hinzugekommen sind jedoch 16 neue Bodendenkmäler.
Das hierzu erforderlich gemeindliche Einvernehmen hat der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig erteilt. 1.Bürgermeister Walter Czech hatte vorweg darauf verwiesen, dass der Markt hiermit Gelegenheit habe, sachliche Ergänzungen oder Anmerkungen zur neuen Denkmalliste vorzubringen. Einwände, die sich lediglich gegen die möglichen Folgen einer Denkmalfeststellung richten würden, seien erst in einem späteren genehmigungs- bzw. denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren zu würdigen. Im aktuellen Verfahren zu den Eintragungen in der Denkmalliste könnten dem Bürgermeister zufolge solche Einwendungen nicht geltend gemacht werden.
Von Geschäftsleiter Siegfried Schmied wurde Sinn und Zweck der sogenannten Nachqualifizierung und Revision der vom Landesamt vor fast 40 Jahren entwickelten und im Jahre 1986 publizierten Denkmalliste erläutert. In diesem seit 2006 laufenden Modifizierungsverfahren werde jedes Baudenkmal (im Regelfall von außen) besichtigt und fotografisch dokumentiert. Parallel dazu erfolge die Revision der Ensembles, zu denen auch der Marktkern Triften gehöre. Wie Schmied weiter ausführte würden im Rahmen des Landesamt-Projektes auch noch nicht erfasste Bodendenkmäler inventarisiert.
16 dieser Art hätten die Fachleute des Landesamtes im Gemeindegebiet ausfindig gemacht. In der bislang 72 Baudenkmäler umfassenden Liste seien neun Objekte gestrichen worden, so dass  der Markt „nur“ noch 63 „historische Bauwerke“ habe.
 
Unter den bisherigen Baudenkmälern, die dem Rotstift zum Opfer fielen, sind beispielsweise das Gebäude Maria-Ward-Platz 5 in Triftern, das von 1844 bis 1974 als Rathaus des Marktes diente, sowie auch der Pfarrhof in Triftern (Pfarrweg 7). Sieben, zumeist aus dem 19. Jahrhundert stammende landwirtschaftliche Wohnhäuser in Lengsham, Garham, Staudenhäusl, Haidberg und Wiesing haben ebenfalls den Status eines Denkmals verloren.
Bei den 16 neuen Bodendenkmälern handelt es sich vorwiegend um sogenannte untertägige mittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Siedlungsteile. Entdeckt wurden diese vom Landesamt für Denkmalpflege mit den neuen Erfassungsmethoden via Luftbild und Satellit und GPS-Ortung. Derartige Siedlungsteile führt die Denkmalliste vorwiegend im Bereich der „Altorte“  von Anzenkirchen, Loderham, Lengsham und Neukirchen auf. Außerdem scheinen in der Liste der Bodendenkmäler auch mehrere „verebnete Grabhügel vor- oder frühgeschichtlicher Zeitstellung“ auf. Der bekannteste davon ist das sogenannte Keltengrab in Triftern an der Weinbergstraße.
 
INFO:
Wer mehr über die  Objekte in der neuen Denkmalliste und deren mögliche Folgen wissen will, kann dazu näheres im Rathaus erfahren. Ansprechpartner ist Geschäftsleiter Siegfried Schmied, Zimmer 0G 01).
Bis zum 19. März kann währedn der allgemeinen Geschäftszeiten die Gesamtdarstellung sämtlicher derzeit bekannter Bau- und Bodendenkmäler eingesehen werden.
Der Inhalt der Denkmalliste ist auch über den „Bayern Viewer-denkmal“ über die Homepage des Bayer.Landesamtes für Denkmalpflege zugänglich (www.blfd.bayern.de oder www.denkmal.bayern.de.)
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Bildinformationen:
1) Kein Baudenkmal mehr ist das Gebäude am Maria-Ward-Platz 5 in Triftern, das von 1844 bis 1974 das Rathaus des Marktes beherbergte.
2) Zu den 16 neuen Bodendenkmälern gehört auch das Keltengrab an der Weinbergstraße in Triftern.
Fotos: Reiter